Ostdeutsche Zeitung

UN-Bericht nennt Tierpark-Projekte als Beispiel für Artenschutz

Artenschutz aus Friedrichsfelde

Fachleute begleiten ein Przewalski-Pferd beim Verlassen einer Transportbox in der kasachischen Steppe
Fachleute begleiten ein Przewalski-Pferd beim Verlassen einer Transportbox in der kasachischen SteppePetr Jan Juracka / Tierpark Berlin

Projekte von Zoo und Tierpark Berlin werden in einem neuen UN-Bericht als Praxisbeispiele für die Umsetzung internationaler Artenschutzziele genannt.

Der Bericht „State of Biodiversity Action“ dient als Grundlage für die globale Bestandsaufnahme bei der UN-Biodiversitätskonferenz COP17 in Jerewan. Nach Angaben der Zoologischen Gärten Berlin hebt er besonders Erhaltungszucht, Wiederansiedlung und die Zusammenarbeit mit Naturschutzorganisationen und staatlichen Partnern hervor.

Zoo und Tierpark Berlin koordinieren zehn internationale Erhaltungszuchtprogramme innerhalb des Europäischen Zooverbands EAZA und beteiligen sich an mehr als 240 weiteren Programmen. Der Bericht ordnet diese Arbeit dem vierten Ziel des globalen Biodiversitätsrahmens zu. Dieses Ziel richtet sich gegen das menschengemachte Artensterben und soll bedrohte Populationen sowie ihre genetische Vielfalt erhalten.

Als Beispiel nennen die Zoologischen Gärten Berlin die Rückkehr des Wisents. Seit Beginn eines Projekts im Shahdag-Nationalpark in Aserbaidschan wurden 64 Tiere aus europäischen Zoos in den Kaukasus gebracht. Zusammen mit dort geborenem Nachwuchs sei die überwachte Population inzwischen auf mehr als 90 Tiere gewachsen.

Auch der Tierpark in Friedrichsfelde ist an der Rückkehr von Przewalski-Pferden beteiligt. Dort werden Tiere aus europäischen Zoos für den Transport in die kasachische Steppe zusammengeführt. Im August 2026 wurden in Zentralkasachstan erstmals seit rund 200 Jahren wieder zwei Fohlen geboren. Die Mutter des ersten Fohlens, Tessa, wurde im Tierpark Berlin geboren.

Ein weiteres Projekt betrifft den Europäischen Feldhamster. Nach Angaben der Zoologischen Gärten Berlin stammten 2025 und 2026 zusammen mehr als 120 ausgewilderte Tiere aus der Feldhamsterstation des Tierparks. Die Beispiele zeigen, wie der Standort in Friedrichsfelde mit internationalen Schutzprogrammen verbunden ist.

Quellen

Tierpark Berlin · Pressemitteilung vom 29. Oktober 2026

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